Trotz fragwürdiger rechtlicher Grundlage fällt RWE erste Bäume für die Rheinwassertransportleitung

In Dormagen-Zons, wo die Trasse für die Rheinwassertransportleitung (RWTL) die Wiesenstraße kreuzt, wurden die ersten gefällten Bäume heute zersägt. AnwohnerInnen fühlten sich dabei nicht informiert, wie wir persönlich vor Ort erfuhren. RWE-Mitarbeitende und RWE-Werkschutz sahen im Gespräch auch die Problematik.
Die aktuellen Baumfällungen zeigen exemplarisch, wie der Bau der RWTL zügig vorangetrieben wird, ohne echte gesellschaftliche Debatte und ohne rechtlich sichere Genehmigung. Bisher wurde diese nämlich noch nicht im Amtsblatt der BR Arnsberg veröffentlicht.
Dass im Auftrag von RWE gesunde Bäume gefällt werden, während viele Anwohner:innen sich unzureichend informiert fühlen, ist kein Kommunikationsproblem, sondern ein strukturelles. Hier werden Fakten geschaffen, bevor die ökologischen und wasserwirtschaftlichen Folgen des Gesamtprojekts überhaupt abschließend geklärt sind. Besonders problematisch ist, dass die Leitung zwar genehmigt wurde, zentrale Fragen zur Einleitung des Rheinwassers in die Tagebauseen, zur Wasserqualität und zu den langfristigen Auswirkungen auf Rhein, Grundwasser, Trinkwasser und Feuchtgebiete aber weiterhin offen sind. Dennoch werden bereits irreversible Eingriffe in Landschaft und Natur vorgenommen.
Ein Blick in das Lausitzer Revier reicht für einen Blick in die Zukunft. Wasserknappheit wird dort durch die Leag nicht beachtet, Wasserverbände und Kommunen, die sich die Reinigung von Trinkwasser nicht leisten können, kurzerhand mit Geld zum Stillschweigen gebracht. (siehe Correctiv Artikel).
Mit der RWTL wird ein Projekt umgesetzt, das über Jahrzehnte massiv in den regionalen Wasserhaushalt eingreift – in einer Zeit zunehmender Wasserknappheit und ökologischer Krisen.
Zons ist damit kein Einzelfall, sondern ein frühes Symptom dafür, wie der Strukturwandel im Rheinischen Revier derzeit organisiert wird: technokratisch geplant, politisch genehmigt – ökologisch und ethisch katastrophal.

(Text & Fotos: Wasserbündnis.org )

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