Kategorie: Aktuelles
Mitmach-Aufruf: #AlleDörferBleiben Online-Aktion am 9.4 um 12 Uhr: „Zuhause (wohnen) bleiben“
Große Teile der Wirtschaft stehen während der Corona-Krise still, doch die Braunkohlebagger fressen sich weiter durch‘s Land und stehen kurz vor unseren Dörfern. Aber wir wollen „Zuhause (wohnen) bleiben“!
Am 9. April um 12 Uhr wollen wir unsere Situation deshalb in den sozialen Medien sichtbar machen. Helft uns dabei! Zeigt eure #Solidarität mit den Menschen, die auch jetzt gegen Kohle kämpfen müssen! #AlleDörferBleiben – für Klimagerechtigkeit, hier und überall auf der Welt!
VOR dem 9. April: Schickt uns vorher Online-Material, das wir posten und für eine Collage verwenden können! Fotos/Videos von kreativen Soli-Botschaften: Sprechen, singen, tanzen: alles geht! – Bilder von gelben Xen an fotogenen Orten (eure Kirche, euer Ortsschild); von Menschen mit gekreuzten Armen; von Transparenten und AlleDörferbleiben-Fahnen, die aus dem Fenster hängen. Macht eine „Homestory“ über euren Alltag in den bedrohten Dörfern.
AM 9. April: Um 12.00 Uhr wollen wir das Netz fluten! Unterstützt uns dabei auf Twitter, facebook, instagram Hashtags: #AlleDoerferBleiben #ZUHAUSEwohnenBLEIBEN #RWE_stayhome , Handles: @AlleDoerfer
#StayAtHome? Würden wir gerne, aber unsere Häuser sollen abgerissen werden für Braunkohle! Unterstützt Alle Dörfer Bleiben und postet ein Bild von euch mit dem Symbol unseres Widerstands – dem gelben Kreuz! Wir können gerade nicht auf die Straßen, aber wir kämpfen weiter gegen Braunkohle, und wir wissen, wir sind nicht allein! Zeigt eure Solidarität, postet Fotos mit gelbem X oder hängt unsere Fahne aus dem Fenster!
Danke! Eure Alle Dörfer bleiben Presse-AG
Umsiedlung: Dorfbewohner beklagen fehlende Mitbestimmung und fordern Stopp der „Translozierungen“ / Keyenberger Friedhofstor herausgerissen
Pressemitteilung „Alle Dörfer bleiben“, Erkelenz. Im vom Tagebau Garzweiler II bedrohten Dorf Keyenberg wurde Anfang Februar das Friedhofstor abgebaut, um es am Umsiedlungsort wieder aufzubauen. Dabei wurden die Mauern des Friedhofs über mehrere Meter grob abgerissen. Diese sogenannte „Translozierung“ des Friedhofstores kam für zahlreiche Dorfbewohner*innen überraschend und ist für sie beispielhaft für den gesamten Prozess der Umsiedlung: Sie beklagen fehlende Transparenz und Mitbestimmung. Das Bündnis Alle Dörfer bleiben fordert daher eine demokratische Mitbestimmung für die verbleibenden Dorfbewohner*innen sowie einen Stopp der Translozierungen, solange noch Menschen in den Dörfern wohnen.
„Es ist traurig zu sehen, wie das Tor herausgerissen wurde. Warum musste das jetzt schon geschehen, wenn wir mindestens bis 2023 noch hier leben und Menschen in Westrich und Berverath sogar noch bis 2028? Solche Entscheidungen treffen einige selbsternannte Gremien, die nicht von der gesamten Dorfbevölkerung gewählt sind. Sie bestehen alle aus ein paar Menschen, die bereits umgesiedelt sind oder dies zeitnah tun wollen. Die vertreten nicht mehr die Interessen aller Dorfbewohner“, so Helmut Kehrmann aus Keyenberg.
Das Land NRW sieht für eine „sozialverträgliche Umsiedlung“ eine Mitwirkung der Betroffenen vor. Diese Bürgerbeteiligung gab es seit 2011 in Form eines Bürgerbeirats, welcher durch die Umzusiedelnden gewählt wurde. 2017 war jedoch der Bürgerbeirat für die bedrohten Dörfer bei Erkelenz mangels Bewerber*innen nicht zustande gekommen. Danach wurde nie wieder ein adäquater Ersatz geschaffen: weder die „Dorfgemeinschaft Keyenberg Westrich Berverath“ noch der „Ortsausschuss Keyenberg“ oder der „Arbeitskreis Ortsbild“ sind durch die Dorfbevölkerung demokratisch legitimiert.
„Seit Monaten suchen wir den Dialog mit diesen Gremien und der Stadt Erkelenz. Doch sie blocken ab!“, erklärt David Dresen aus Kuckum und aktiv im Bündnis Alle Dörfer bleiben. „Zur Zeit entscheiden nur Leute, die bereits umgesiedelt sind, darüber, was in den Dörfern passiert; nicht die Menschen, die noch hier wohnen. Das kann doch in einer Demokratie nicht sein!“
Das Bündnis Alle Dörfer bleiben fordert daher eine demokratische Mitbestimmung für die verbleibenden Dorfbewohner*innen sowie einen Stopp der Translozierungen, solange noch Menschen in den Dörfern wohnen. Sollten die Dörfer tatsächlich abgerissen werden, könnten die Artefakte auch zum Schluss noch in den neuen Ort gebracht werden. Auch andere Baudenkmäler mit hoher kultureller Bedeutung, z.B. Wegkreuze, werden zur Zeit schon abgebaut.