Pressemitteilung: „Quatsch von vorgestern“ – Das Bündnis „Alle Dörfer Bleiben“ übt scharfe Kritik am Entwurf zur Leitentscheidung

Erkelenz. Das Bündnis „Alle Dörfer Bleiben“ übt scharfe Kritik am Entwurf zur Leitentscheidung für den künftigen Braunkohleabbau der Landesregierung NRW. Die Regierung unter Ministerpräsident Armin Laschet hält unter anderem daran fest, den Tagebau Garzweiler II bis zum Jahr 2038 fortzuführen und im Zuge dessen sechs weitere Dörfer zu zerstören. Des Weiteren soll das Dorf Manheim hinter dem Hambacher Forst endgültig abgerissen werden. Bei den Menschen aus den bedrohten Ortschaften stößt der Entwurf auf massives Unverständnis. Alle Dörfer Bleiben kündigt massiven Widerstand an.

Der Entwurf für die Leitentscheidung ist eine Katastrophe, er liest sich wie ein Plan von RWEs Managern. Wir Menschen aus den Dörfern wurden mal wieder völlig ignoriert. Laschet macht sich erneut zum Handlanger des Kohlekonzerns und wird seiner Verantwortung als Ministerpräsident in keiner Weise gerecht. Diese Entscheidung wird er nicht durchsetzen können,so Britta Kox aus dem bedrohten Dorf Berverath.

David Dresen aus dem ebenfalls bedrohten Dorf Kuckum ergänzt:Das letzte Wort ist noch lange nicht gesprochen. Gestern hat das EU-Parlament die EU-Klimaziele verschärft, damit werden Laschets Pläne zur Luftnummer. Die Verfassungsbeschwerde gegen das Kohlegesetz hat gerade erst begonnen und der Widerstand in unseren Dörfern ist so stark wie nie. Wir werden weiter um unser Zuhause kämpfen und lassen uns von diesem Quatsch von vorgestern ganz sicher nicht aufhalten.“

Eine aktuelle Studie des „Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung“ kommt zu dem Ergebnis, dass die Kohlemengen, die außerhalb der Dörfer noch vorhanden sind, für die Energiesicherheit Deutschlands ausreichen. Es gebe daher keinerlei Notwendigkeit, die bedrohten Dörfer abzubaggern. Die Landesregierung stützt sich bei der Leitentscheidung jedoch auf Zahlen des Bergbautreibenden RWE. Bereits bei den Protesten für den Erhalt des Hambacher Waldes stand die Landesregierung unter Armin Laschet in der Kritik für ihre enge Zusammenarbeit mit RWE.

Mehrere kohlekritische Gruppen haben für die nächsten Wochen und Monate starken Widerstand gegen die Pläne von RWE und Landesregierung angekündigt. Im bedrohten Keyenberger Wald entstehen zur Zeit weitere Baumhausdörfer, mit der Mahnwache im bedrohten Dorf Lützerath gibt es seit Ende Juli eine durchgehend besetzte Anlaufstelle für den Protest.

 

L277: Alle Bäume bleiben / Aktionen & Info-Verteiler

Anwohnende der Dörfer am Tagebau Garzweiler II befürchten, dass der Kohlekonzern RWE ab dem 1.10. beginnen wird, die Bäume entlang der abgerissenen Landstraße L277 zu fällen. Darum hat das Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ Proteste angekündigt, falls RWE mit diesen Rodungsarbeiten oder auch Abrissarbeiten im bedrohten Dorf Lützerath beginnen sollte.

Ab Mittwoch (30.9.) um 18 Uhr ist bei Keyenberg eine 24stündige Mahnwache angekündigt, die unter dem Motto “Alle Bäume bleiben” steht.

Die Initiative „Kirche(n) im Dorf lassen“ bereitet sich auf den Tag X einer möglichen Rodung vor und mobilisiert zu einem Aktionsgottesdienst in unmittelbarer Nähe des Geschehens.

Schreibt an diese Adresse, wenn ihr euch in den Infoverteiler für den Tag X eintragen lassen wollt:

die-kirchen-im-dorf-lassen@t-online.de

oder haltet euch hier auf dem Laufenden

https://twitter.com/Kirche_an_Kante/status/1310575460175282179?s=19

 

Alle Bäume bleiben! Alle Dörfer bleiben – weltweit!