„Alle Dörfer bleiben!“ kündigt Sternmarsch an / Einladung zum Basteltreff am Samstag in Holzweiler

Erkelenz. Um gegen die Abbaggerung der Dörfer zu kämpfen, ruft das Bündnis „Alle Dörfer bleiben!“ am 23. März zu einem Sternmarsch aus den Dörfern im Raum Garzweiler in das akut bedrohte Keyenberg auf. Zur Veranstaltung wird bundesweit mobilisiert. Es wird mit mehreren tausend Menschen gerechnet. In Vorbereitung auf diese Aktion lädt das Bündnis am Samstag, den 16.02. ab 13 Uhr zum Kennenlernen und Schilder Basteln ins Pfarrhaus nach Holzweiler ein.
Durch die von der Kohlekommission empfohlenen Abschaltungen von Braunkohlekraftwerken im Rheinland könnten sowohl der Hambacher Wald als auch die Dörfer am Tagebau Garzweiler erhalten bleiben, zu dem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Dennoch bleibt die Zukunft unklar, genau wie in den Dörfern Proschim in der Lausitz und Pödelwitz im Leipziger Land, die auch Teil des Bündnis sind“. Die Kommission fordert die Landesregierungen zu einem Dialog mit der Bevölkerung auf. „Wir schweben weiter in Unsicherheit, ob wir aus unseren Häusern müssen oder bleiben können. Wir fordern von der NRW Landesregierung eine Garantie, dass alle Dörfer bleiben – denn das wäre aufgrund des Berichts der Kohlekommission möglich“ so David Dresen aus Kuckum. „Braunkohle ist ein Energieträger von Vorgestern – dafür kann man uns doch nicht unsere Heimat und unsere Zukunft nehmen!“
„Dass RWE in den letzten Wochen die Abrissarbeiten und Rodungen vorantreibt, obwohl die Dörfer eigentlich bleiben könnten und es einen Dialogprozess geben soll, empfinden wir als Provokation. Wir sind traurig und wütend darüber, wie mit uns umgegangen wird. Um die Dörfer zu retten brauchen wir Unterstützung. Wir rufen die Menschen auf, am 23. März zum Sternmarsch zu kommen und sich – ähnlich wie im vergangenen Sommer am Hambacher Wald – nun schützend vor die Dörfer zu stellen“ so David Dresen weiter.
Die Vorbereitungen für den Sternmarsch laufen daher auf Hochtouren, am kommenden Samstag um 13 Uhr sollen im Pfarrhaus in Holzweiler Schilder gebastelt und weiter geplant werden. „Wir würden uns sehr freuen, neue Menschen aus den Dörfern, aus Erkelenz und Umgebung zu sehen“, sagt  Dorothée Laumanns aus Berverath. „Am Samstag gibt es Zeit für Austausch. Uns ist es wichtig, miteinander ins Gespräch zu kommen. Egal, ob schon umgesiedelt wird oder die Leute bis zum Ende kämpfen wollen, alle sind willkommen.“ ergänzt Dorothée Laumanns.
Aus Kaulhausen, Wanlo, Holzweiler, Berverath, Kuckum/Unterwestrich und Erkelenz zieht der Sternmarsch am 23. März nach Keyenberg, dem Dorf, das nach den Plänen von RWE als nächstes abgebaggert werden soll. „Mit dem Sternmarsch machen wir eine breite Öffentlichkeit auf das Unrecht aufmerksam, das hier geschieht: Menschen werden zwangsumgesiedelt für dem Abbau von klimaschädlicher Braunkohle. Und die Folgen des Klimawandels tragen vor allem auch diejenigen, die wenig dazu beigetragen haben: Menschen im globalen Süden und zukünftige Generationen. Wir solidarisieren uns als Bündnis mit den Schüler*innen von Fridays for future, die für das Klima und unser aller Zukunft kämpfen.“ erklärt Dorothée Laumanns weiter.
Seit Monaten streiken in zahlreichen europäischen Ländern jeden Freitag zehntausende Schüler*innen für Klimagerechtigkeit. Sie fordern ein sofortiges Handel, um die Folgen des Klimawandels abzumildern. Auch in Erkelenz wollen am 22. Februar Schüler*innen unter dem Motto „Fridays for Future“ streiken. Infos zu ihrer Kundgebung hier.

Pressemitteilung und Einladung der „FridaysForFuture“ Aachen

„Fridays for Future“ – junge Menschen streiken für das Klima

Weltweit treten Schüler*innen, Studierende und Auszubildende in den Streik.
Am 15.02.2019 versammeln sich Schüler*innen, Studierende, Azubis und viele weitere Menschen, die sich für eine gerechte und konsequente Klimapolitik einsetzen wollen, um 10 Uhr am Elisenbrunnen in Aachen. Statt in die Schule oder in die Uni zu gehen, treten junge Menschen in den Streik: Sie fordern echten Klimaschutz und einen schnellen Kohleausstieg von den Politiker*innen. Wie seit Mitte Dezember werden diesen Freitag wieder deutschlandweit Bildungsstreiks für den Klimaschutz unter dem Namen „Fridays for Future“ stattfinden.
„Der Klimawandel bedroht die Existenzgrundlage unserer Spezies, die Natur braucht uns nicht, sie wird sich anpassen, aber wir Menschen brauchen die Natur, wir sind auf das aktuelle Ökosystem angewiesen.“ betont Flo, Schüler der Viktoriaschule Aachen.
Immer wieder bekommen Schüler*innen zu hören, sie würden nur die Schule schwänzen wollen, dazu äußert sich Johanna von der Maria-Montessori-Gesamtschule Aachen:“ Wir schwänzen nicht, wir streiken. Arbeitnehmer streiken, wenn sie beispielsweise mit dem Gehalt, das sie verdienen nicht zufrieden sind. Wir arbeiten in der Schule oder in der Universität aber nicht für ein Gehalt, sondern für unsere Zukunft und wenn diese bedroht ist, dann streiken wir eben.“
Auch Rosalie von der Freien Waldorfschule Aachen antwortet auf die Frage, ob man nicht lieber außerhalb des Unterrichts demonstrieren sollte: „Die Aufmerksamkeit, die wir mit der Aktion zurzeit in den weltweiten Medien erzielen entsteht vor allem durch den Regelbruch, den wir mit unseren Streiks begehen. Und diese Aufmerksamkeit ist berechtigt, denn genau jetzt ist die Zeit zu handeln und das soll jedem klar werden .“
Begonnen hat die weltweite Bewegung des “Climate Strike” mit der 15-jährigen Greta Thunberg. Die Schwedin geht seit August 2018 mindestens einmal die Woche nicht in die Schule, sondern setzt sich mit vor das schwedische Parlament, um die Regierung aufzufordern, sich konsequenter für den Klimaschutz einzusetzen. Sie streikt die Schule, um maximale Aufmerksamkeit auf das Thema Klimawandel zu lenken – und das mit vollem Erfolg. Weltweit berichteten Medien über ihre Aktion und sie inspirierte viele Schüler*innen in anderen Ländern. So gibt es jetzt Schulstreiks für das Klima in Australien, Uganda, den USA, Dänemark und auch in Deutschland.
Auch in den nächsten Wochen hat Fridays-for-Future-Aachen weitere Aktionen geplant. Streiks sollen jeden Freitag stattfinden. Am 15.03.2019 werden in international Streiks der Aktion Fridays for Future. Denn wie Nele von der Viktoriaschule Aachen zur versammelten Menge sagte: „Grade in unsere heutigen Zeit ist es unerlässlich, dass jeder, egal in welchem Alter, öffentlich für seine Meinung einsteht.“