Alle Dörfer bleiben: Sternmarsch in Garzweiler

Liebe Klimagerechtigkeits-Bewegte,

der vorläufige Rodungsstopp im Hambacher Forst ist ein großer Erfolg für die Klimagerechtigkeitsbewegung! Diesen wollen wir nutzen, um weiter dafür zu kämpfen, dass Braunkohle im Boden bleibt. Denn um einen sich-selbst-beschleunigenden Klimawandel aufzuhalten, müssen alle Tagebaue gestoppt werden. Auch der Tagebau Garzweiler im Rheinischen Revier – dort sind zur Zeit noch fünf Dörfer von der Abbaggerung bedroht.

Deswegen sagen wir: Kohle stoppen heißt alle Dörfer bleiben! Lasst uns zusammen zeigen, dass die Zeit für RWE abgelaufen ist.

Kommt zum Sternmarsch und stellt euch – gemeinsam mit den Menschen aus den Dörfern – dem Tagebau Garzweiler entgegen. Denn Bergbau und Klimawandel zerstören Lebensgrundlagen – hier und weltweit.

*Was passiert an diesem Tag?*

Wir starten um 15 Uhr jeweils von verschiedenen Orten aus – Kaulhausen, Wanlo, Holzweiler, Berverath, Kuckum/Unterwestrich und Erkelenz. Die Menschen, die in Erkelenz starten, werden mit dem Fahrrad fahren. Alle anderen gehen zu Fuß.

Wir werden in fünf „Sternschweifen“ nach Keyenberg ziehen, dem Dorf, dass nach den Plänen von RWE als nächstes dem Tagebau Garzweiler weichen soll.

Mit einer gemeinsamen Abschlusskundgebung werden wir zeigen: Bis hier hin und nicht weiter!

Detaillierte Infos (auch zur An- und Abreise) findet ihr bald unter:

www.alle-dörfer-bleiben.de

 

Update: Greenpeace Köln wird einen Bus zum Sternmarsch organisieren. Infos hier.

Mahnwache am Kuckum/Keyenberger Wald

Wann? 05.02.2019 um 08.00 Uhr
Wo? Kuckumer Straße, 41189 Mönchengladbach
51.089538, 6.403825

RWE schafft weiter Fakten und rodet Bäume für eine nicht benötigte Umgehungsstraße! Damit missachten sie die Empfehlungen der Kohlekommission!
Wir setzen uns dem entgegen. Kommt zu unserer Mahnwache um weitere Rodungen zu stoppen.
RWE zerstört massiv Bäume des Kuckumer u. Keyenberger Waldes, sowie Teile des Golfplatzes, um eine Umgehungsstraße zu errichten. Die Umgehungsstraße soll am vermeintlich zukünftigen Tagebaurand vorbei laufen, um Wanlo mit Venrath zu verbinden. Benötigt würde sie frühestens im Jahr 2027 – vorausgesetzt die Dörfer Kuckum. Keyenberg und Westrich würden vollständig vernichtet werden.
Wie der BUND und DIW aber eindeutig festgestellt haben, ist die Zerstörung weiterer Dörfer für die Energiesicherheit überhaupt nicht mehr notwendig. Aller Voraussicht nach wird Kuckum daher stehen bleiben. Folglich wird eine Umgehungsstraße nicht benötigt.

Wir fordern: Stoppt das FAKTENSCHAFFEN, Stoppt den Psychoterror
PS: Denkt an Gummistiefel! Es wird matschig.

Zerstörungen: RWE dreht an der Tempo-Schraube

Während die Kohlekommission um ihren Abschlussbericht rang, diesen veröffentlichte und in Politik und Medien die Diskussion um die Deutungshoheit lobrach, legte RWE sowohl in den Grubenranddörfern in Hambach als auch in Garzweiler noch einmal einen Zahn zu und beschleunigte die Zerstörungen. Anwohner berichten aus Keyenberg:

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  1. Letzten Samstag und Sonntag wurden 30 m von bewohnten Häusern entfernt unter dauerhafter Lärm-, Licht- und Schmutzbelastung Pumpstationen gebaut. Das dauernde Hämmern ging beispielsweise am Samstag bis 17.45 Uhr und stoppte erst nur weil wir uns bei RWE telefonisch massiv beschwert haben. Sonntagmorgen ging es ungeachtet dessen weiter. Vorbereitungsarbeiten für weitere Brunnen mitten im Ort sind in der letzten Woche verstärkt worden.
  2. RWE hat am Donnerstag letzter Woche rechtswidrig auf noch nicht verkauften/enteigneten Ackerflächen 5 m breite und 80 m lange Gräben und Wälle gezogen, vermutlich um dort Rohre zu verlegen. Erst nach Einschaltung eines Anwalts ist RWE zurück gerudert und sagt, dass alles ein Versehen war.
  3. RWE hat mitten in der Weihnachtszeit Enteignungen von Ackerflächen auf den Weg gebracht.
  4. RWE hat persönliche Schreiben von Umsiedlern, in denen diese sich um Ausgleichs-Grundstücke und –Häuser bemühen, an unbeteiligte Dritte weitergeleitet. Teilweise direkt aus den Dörfern. Mit der Folge, dass diese persönlichen Planungen rechtswidrig Dritten gegenüber offen gelegt wurden.
  5. Und schließlich heute der Kahlschlag im Keyenberg/Kuckumer Wald. Zur absoluten Unzeit werden uralte Bäume gefällt für eine Grubenrandstraße, die vermutlich nie benutzt wird. Bis zum Wochenende soll da alles versiegelt und asphaltiert werden. Mitten im Wald.

Fazit: RWE interessiert die KoKo-Empfehlung „Landesregierung soll mit Dörfern in Dialog treten“ null. Im Gegenteil: Bevor der Dialog irgendwann vielleicht beginnt, will RWE alles schon zu seinen Gunsten geregelt haben.

Wir machen weiter viel Fernsehen, Radio, Presse, fordern Politiker zur Unterstützung auf. Viele von uns sind am Limit, aber wir kämpfen weiter.

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(Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung.)