Ein fast 1000 Jahre altes Geheimnis in der Kirche von Keyenberg

Hättest Du es gewusst? In der Kirche von Keyenberg befindet sich ein einzigartiges Monument. Ein Inschriftenstein, der schon seit ungefähr 980 Jahren als besonderes Kleinod an seinem Platz steht. In Nordrhein-Westfalen sind solche Inschriftensteine nur von zwei weiteren Kirchen bekannt, wo sie aber nicht mehr am ursprünglichen Platz stehen, weil die Kirchen an anderem Ort neu gebaut wurden. Und ein Geheimnis gibt dieser Stein auch preis: Für die Legende, dass die Kirche von Plektrudis, Ehefrau von Pippin dem Mittleren, gestiftet worden sein soll, findet sich hier ein entscheidender Hinweis. Der Beitrag „Weihesteine“ beschreibt alle bekannten Weihesteine im Rheinland sowie vergleichbare Steine und Inschriften der Umgebung. Es bleibt aber sehr, sehr überschaubar.

Hier ist der Text als PDF zum Download (mit HERZLICHEM DANK an Christian Wiltsch aus Wachtendonk!): Weihesteine-Rhld-2019-04-27

Heliometrie: Was die Kirche von Keyenberg mit Stonehenge gemeinsam hat

Hättest Du es gewusst? Die Kirche von Keyenberg steht gar nicht so mitten im Dorf, wie man denkt. Sie wurde mit Sorgfalt so platziert und orientiert, dass dort zum Heilig-Kreuz-Fest, dem Titelfest der Kirche, die Sonne exakt auf das Altarkreuz mit ihren ersten Strahlen fällt. Sie steht damit in der Tradition von Stonehenge.

Wenn das Dorf umgesiedelt würde, wären diese über 1000 Jahre Tradition verfügenden Momente der Ewigkeit in der kalten, heimatlosen, kubistischen neuen Kirche nicht mehr möglich.

Das „Heliometrische Gutachten“ für die Pfarrkirche St. Heilig Kreuz hellt die Hintergründe und Zusammenhänge auf, die auf einer Dissertation aus 2014 beruhen.

PDF zum Download hier (mit HERZLICHEM DANK an Christian Wiltsch aus Wachtendonk!): 0004-Keyenberg-2019-04-27

Entwidmung der Pfarrkirche Manheim am 18.5.: Pressemitteilung, Hintergründe und Konzept des Stillen Protestes

  • Am 18. Mai 2019 findet in Kerpen-Manheim ab 16 Uhr ein stiller Protest gegen die Entwidmung der Kirche statt, zu dem wir Sie herzlich einladen.
  • Die Aktion wird von unterschiedlichen Gruppen unterstützt (Fridays for Future Köln, Alle Dörfer bleiben, Verheizte Heimat, Extinction Rebellion DN, KlimaAktion Köln, burnOUT).
  • Sie versteht sich als Gesprächsanregung innerhalb und mit der katholischen Kirche.
  • Durch unterschiedliche Aktionsformen (u.a. Beten, Die-In oder das Zukleben von Mündern) soll in Verbindung mit großen Transparenten, auf denen die 10 Thesen zum Klimaschutz der deutschen Bischöfe stehen, endlich erreicht werden, dass die Kirche ihre selbst gesteckten Ziele auch in konkretes Handeln überführt.

Ablauf

ab 14 Uhr: Demonstrationszug von Kerpen-Buir nach Kerpen-Manheim, Fridays-for-Future Köln (FB-Event: https://www.facebook.com/events/452509382184669/ )

ab 16 Uhr: Treffpunkt St.-Albanus-Straße, Kerpen-Manheim

16:15 Einstimmung – Kurze Erklärung des Versammlungsleiters zum Ablauf

16:30 Beginn: Gebete (5x Vaterunser) und einmal Zitat aus 10 Thesen (Gebetszettel) gemeinsam lesen:

„Weil Kirche nur ein gesellschaftlich-politischer Akteur unter vielen ist, muss sie den Dialog mit jenen suchen, die sich einsetzen für die Zukunft der Erde als gemeinsames Haus aller. Sie kann und muss sich in den gesellschaftlichen und politischen Debatten unserer Zeit als Anwältin der Armen, Schwachen und Benachteiligten wie als Fürsprecherin für Gottes bedrohte Schöpfung zu Wort melden.“ (S. 28)

Das Ganze in ständiger Wiederholung.

Mund zukleben und Die-In sind andere Formen des Mitmachens.

Mit dem Ende der Messe beginnen wir wieder mit Gebet und Zitat.

Hintergrund der Aktion

Die katholische Kirche hat sich im April 2019 den Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben: Die Bischofskonferenz hat 10 Thesen veröffentlicht, die in weiten Teilen z.B. die Forderungen der Fridays-for-Future-Bewegung widerspiegeln – und darüber hinausgehen.

  1. Laudato si’ leben
  2. Dem gefährlichen Klimawandel entgegenwirken
  3. Globale Gerechtigkeit ins Zentrum setzen
  4. Glaubhaft, zielorientiert und konsequent die Klimaziele umsetzen
  5. Vorreiterrolle in Europa und der Welt einnehmen
  6. Aus den fossilen Energieträgern aussteigen
  7. Den richtigen Rahmen schaffen
  8. Verbraucher und Erzeuger einbinden
  9. Nachhaltige Lebensstile praktizieren und fördern
  10. Vorbildfunktion der Kirche ernst nehmen

Quelle: https://www.domradio.de/sites/default/files/pdf/dbk_1248.pdf

Die Bewahrung der Schöpfung und die Ausrichtung an den Armen, Schwachen und Ausgestoßenen sind von Anfang an zwei entscheidende Grundsätze der Kirche gewesen. Trotzdem stellt sich die Katholische Kirche nicht dagegen, dass die Wälder und Dörfer erst bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt werden und anschließend völlig von der Landkarte verschwinden, Menschen umgesiedelt und entwurzelt werden.

Nach der Karfreitagsdemo von FFF Köln mit zugeklebten Mündern (19.4.2019) haben sich 5 Bischöfe geäußert, am deutlichsten der Hildesheimer Bischof Wilmer: „Ich bin der Ansicht, die Kirche muss Anwalt der ‚Fridays for Future‘-Bewegung sein“, sagte der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer. „Klimaschutz geht alle an. Deshalb müssen auf Worte und Absichtserklärungen auch Taten folgen. Daran erinnern Greta Thunberg und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter die Politik völlig zu Recht.“ (Quelle: https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/greta-thunberg-bischoefe-unterstuetzen-junge-klima-aktivistina-1263235.html )

Die Aktionsform: Stiller Protest

Wir bitten die Katholische Kirche, sich mit konkreten Maßnahmen für den Erhalt der Dörfer, der Kirchen, der Wälder und damit für uns alle einzusetzen. Sie muss Kirchen nicht entweihen, um Baggern und Profit den Weg frei zu machen. Sie kann der Klimabewegung den Rücken stärken, so wie es Bischof Wilmer angedeutet hat.

Wir stören nicht den Ablauf der Messe, wir beten, knien, liegen, sind stumm.

Wir klagen nicht an, sondern wollen einen Prozess in und mit der Kirche auslösen.

Die Wirkung wird mit 10 großen Transparenten unterstützt, auf denen jeweils eine These steht.

Pressemitteilung der Aktion „Die Kirche(n) im Dorf lassen“

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG
„Die Kirche(n) im Dorf lassen“ – Unterschriftenaktion zum Schutz bedrohter Dörfer und deren Bewohner*innen adressiert an die Katholische Kirche

Erkelenz / Kerpen, 18.03.2019. Auch über ein Jahr nach der Zerstörung des Immerather Doms sind die erschütternden Bilder vom Abriss der Kirche unvergessen. Schaufelradbagger des Tagebaus Garzweiler fressen sich weiter mit großer Eile insbesondere auf noch bewohnte Ortschaften zu.
RWE schafft in den Dörfern, die der Energiekonzern für die Kohleförderung vernichten will, ungehindert weiter Fakten, obwohl die Kohlekommission der Bundesregierung ihre Empfehlungen vorgelegt hat und die Regierung im Laufe des Jahres 2019 die für den Ausstieg notwendigen Rahmenbedingungen beschließen wird. Der Erhalt sieben weiterer Ortschaften und ihrer fünf Kirchengebäude am Rande der Tagebaue Garzweiler und Hambach (Keyenberg, Kuckum, Berverath, Ober- und Unterwestrich sowie Morschenich und Manheim) ist mit dieser Empfehlung
gut möglich und zur Vermeidung sozialer und wirtschaftlicher Härten unabdingbar.

Der katholischen Kirche kommt dabei eine Schlüsselrolle zu: Weigert sie sich, ihre Gotteshäuser zu veräußern, zu entwidmen und damit zum Abriss frei zu geben und lässt sie sich gegebenenfalls auf ein Enteignungsverfahren ein, könnte sie die Zerstörung der betroffenen Kirchen und Dörfer aufgrund des beschlossenen Kohleausstieges höchstwahrscheinlich ganz verhindern.

Auf Initiative von Bewohner*innen der betroffenen Dörfer und mit Unterstützung des Katholikenrats der Region Düren, des Diözesanrats im Bistum Aachen, der Initiative „Kreativ gegen Kohle“ sowie engagierter Einzelpersonen wurde deshalb ein Appell an die Verantwortlichen der katholischen Kirche, stellvertretend an die Bischöfe Dr. Dieser und Dr. Wölki, verfasst. „Es ist höchste Zeit, dass die katholische Kirche sich schützend vor die betroffenen Anwohner*innen stellt“, meint Antje Grothus: „Immer größer wird die Zahl der Menschen, die entsetzt reagieren, wenn sie begreifen, in welchem Ausmaß der Braunkohle-Abbau mitten in NRW die Umwelt, die Kultur und das Herz der Heimat bedroht und zerstört – und welche Rolle die Bistümer Aachen und Köln und die betroffenen Pfarreien dabei spielen.“

Unterstützt wird die Unterschriftenaktion, die in der Bevölkerung auf großen Zuspruch stößt, mittlerweile auch vom Katholikenrat der Bistumsregion Mönchengladbach und dem Institut für Theologie und Politik (ITP) aus Münster. Der Appell ist keine Online-Petition mit großen Unterschriftenzahlen, doch hinter jeder der inzwischen fast dreitausend in Handarbeit gesammelten Unterschriften steht ein persönliches Gespräch, stehen persönliche Geschichten und Erinnerungen.

Leider sind bis jetzt weder der Bischof von Aachen noch der Erzbischof von Köln bereit, diese Unterschriften persönlich entgegenzunehmen und sich mit der Betroffenheit der Menschen aus den Dörfern in einem Gespräch auseinanderzusetzen.

„Schon als kleines Kind hatte ich das Gefühl, in meiner Keyenberger Kirche an einem besonderen Ort zu sein“, sagt Ingo Bajerke, engagierter Katholik und Lektor aus Keyenberg. „Wenn mich Sorgen plagen, setze ich mich in die Kirche und finde dort meine Ruhe. Das Gefühl, an einer Stelle zu sein,
die schon Menschen vor 1300 Jahren aufgesucht haben, um auch um Hilfe zu bitten, macht mich ehrfürchtig. Diesen Seelenort zu verlieren, ist für mich unvorstellbar und ich bete, dass es nicht dazu kommen mag.“

Die Menschen aus den Dörfern und Kirchengemeinden, die ihr Zuhause erhalten möchten, fordern die katholische Kirche auf, das jahrzehntelange Schweigen zugunsten des Braunkohlekonzerns RWE endlich zu beenden und sich auch um die Schicksale der tagebaubetroffenen Anwohner*innen zu kümmern. Alle sind eingeladen, diese Aktion zu unterstützen und sich am 23.03.2019 beim Sternmarsch „Alle Dörfer bleiben“ ein eigenes Bild über die Lage in den Dörfern zu machen. Selbstverständlich werden auch an diesem Tag weitere Unterschriften gesammelt.

Weitere Informationen sowie die Unterschriftenlisten mit dem Original-Appell an die Kirchen- Verantwortlichen finden Sie HIER.

Kirchen statt Kohle – Demo in Erkelenz

Wir demonstrieren am Freitag von 10-13 Uhr vor dem Pfarramt Erkelenz (Johannismarkt 16) und fordern den aktiven Widerstand der Katholischen Kirche gegen den Braunkohletagebau ein. Dem Widerstand Herz und Türen öffnen! Seid dabei!