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Filmabend mit „Alle Dörfer bleiben“: „Arnolds Erben oder wie sieht Demokratie aus?“

Februar 6 @ 7:00 p.m. - 9:30 p.m.

Der Legende nach hat ein gewisser Arnold aus Ginnizweiler (nach ihm umbenannt in Arnoldsweiler), der als Harfenspieler und Sänger am Hof von Karl dem Großen lebte, Karl während einer Jagd gefragt, ob dieser ihm das Stück Land schenken würde, das er in der Mittagspause umreiten könne. Der Kaiser überließ Arnold  die Nutzungsrechte (Bürge) an dem Wald. Die Allmenderegeln zur Nutzung des Waldes gaben den Dörfern über mehr als tausend Jahre eine soziale Absicherung. Ein Musterbeispiel für eine nachhaltige Landnutzung. Der Wald, von dem hier die Rede ist, war lange als Bürgewald bekannt … bis die Braunkohlebagger kamen und RWE ihn in Hambacher Wald umbenannte.

Über Jahrzehnte fühlten sich die Menschen der Region ohnmächtig gegenüber der geballten Macht von RWE und Politik. Sie wussten, dass eines Tages die Kohlebagger kommen würden und sie aus ihren Wohnungen und von ihrem Land vertreiben würden. Für sie war es eine ständige Hängepartie: Wann muss ich raus, wann kommt der Bagger?

Mit großem Interesse verfolgten sie die Aktionen von Klimaschützern im und um den Hambacher Wald. Das gab Mut, selbst noch einmal zu testen, ob es nicht doch Möglichkeiten gäbe der drohenden Vertreibung etwas entgegen zu setzen. So bildeten sich Gruppen aus unterschiedlichen Zusammenhängen: Da taten sich Dorfbewohner zusammen, um ein gemeinsames Stückchen Land nicht dem Konzern zu überlassen (Menschenrecht vor Bergrecht), da bemühten sich Christen die Schöpfung und auch ihre Kirchen zu bewahren (Die Kirche(n) im Dorf lassen) und nahmen auch bald Kontakt zu anderen Braunkohlebedrohten Regionen auf (Alle Dörfer bleiben).

Die heutigen Kämpfe können nicht die Durchsetzungskraft für sich beanspruchen wie damals Arnolds Aktion. Der Kampf um Lützerath hat es zwar in die Weltpresse gebracht, aber das Dorf wurde mit Riesenaufwand geräumt und in Windeseile abgebaggert. Die fünf Nachbarorte wurden gerettet, genauso wie das Dorf Morschenich am Hambacher Wald. Doch für die Anwohner stellt sich weiter die Frage nach der Gestaltung der Zukunft der Dörfer.  Von diesen Kämpfen und ihrem ungewissen Ausgang erzählt „Arnolds Erben oder wie sieht Demokratie aus?“, der dritte Teil der Braunkohle-Trilogie von Regisseur Tom Meffert.

Alle Dörfer bleiben lädt herzlich ein zum Filmabend mit anschließendem Ausblick und Gespräch.

Link zum Trailer.

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Das Foto zeigt die durch Menschen aus der Klimagerechtigkeitsbewegung – „Arnolds Erben“ – wiederbelebte Tradition der Wachszins-Wallfahrt nach Arnoldsweiler.

Details

Datum:
Februar 6
Zeit:
7:00 p.m. - 9:30 p.m.

Veranstaltungsort

Katholisches Forum MG
Bettrather Str. 22
Mönchengladbach,
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