Landtagsabgeordnete Wibke Brems stellt Kleine Anfragen zur Zukunft von Manheim und Morschenich

Da aktuell davon ausgegangen werden könne, dass der Hambacher Wald nicht mehr für den Braunkohletagebau gerodet wird, erkundigt sich die Grünen-Abgeordnete Wibke Brems mittels zweier Kleiner Anfragen im Landtag NRW nach der Zukunft der hinter dem Wald gelegenen Ortschaften Manheim und Morschenich. Hier die Links zu den beiden Dokumenten:

Kleine Anfrage 2888 Merzenich-Morschenich

Kleine Anfrage 2889 Kerpen-Manheim

Entwidmung der Pfarrkirche Manheim am 18.5.: Pressemitteilung, Hintergründe und Konzept des Stillen Protestes

  • Am 18. Mai 2019 findet in Kerpen-Manheim ab 16 Uhr ein stiller Protest gegen die Entwidmung der Kirche statt, zu dem wir Sie herzlich einladen.
  • Die Aktion wird von unterschiedlichen Gruppen unterstützt (Fridays for Future Köln, Alle Dörfer bleiben, Verheizte Heimat, Extinction Rebellion DN, KlimaAktion Köln, burnOUT).
  • Sie versteht sich als Gesprächsanregung innerhalb und mit der katholischen Kirche.
  • Durch unterschiedliche Aktionsformen (u.a. Beten, Die-In oder das Zukleben von Mündern) soll in Verbindung mit großen Transparenten, auf denen die 10 Thesen zum Klimaschutz der deutschen Bischöfe stehen, endlich erreicht werden, dass die Kirche ihre selbst gesteckten Ziele auch in konkretes Handeln überführt.

Ablauf

ab 14 Uhr: Demonstrationszug von Kerpen-Buir nach Kerpen-Manheim, Fridays-for-Future Köln (FB-Event: https://www.facebook.com/events/452509382184669/ )

ab 16 Uhr: Treffpunkt St.-Albanus-Straße, Kerpen-Manheim

16:15 Einstimmung – Kurze Erklärung des Versammlungsleiters zum Ablauf

16:30 Beginn: Gebete (5x Vaterunser) und einmal Zitat aus 10 Thesen (Gebetszettel) gemeinsam lesen:

„Weil Kirche nur ein gesellschaftlich-politischer Akteur unter vielen ist, muss sie den Dialog mit jenen suchen, die sich einsetzen für die Zukunft der Erde als gemeinsames Haus aller. Sie kann und muss sich in den gesellschaftlichen und politischen Debatten unserer Zeit als Anwältin der Armen, Schwachen und Benachteiligten wie als Fürsprecherin für Gottes bedrohte Schöpfung zu Wort melden.“ (S. 28)

Das Ganze in ständiger Wiederholung.

Mund zukleben und Die-In sind andere Formen des Mitmachens.

Mit dem Ende der Messe beginnen wir wieder mit Gebet und Zitat.

Hintergrund der Aktion

Die katholische Kirche hat sich im April 2019 den Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben: Die Bischofskonferenz hat 10 Thesen veröffentlicht, die in weiten Teilen z.B. die Forderungen der Fridays-for-Future-Bewegung widerspiegeln – und darüber hinausgehen.

  1. Laudato si’ leben
  2. Dem gefährlichen Klimawandel entgegenwirken
  3. Globale Gerechtigkeit ins Zentrum setzen
  4. Glaubhaft, zielorientiert und konsequent die Klimaziele umsetzen
  5. Vorreiterrolle in Europa und der Welt einnehmen
  6. Aus den fossilen Energieträgern aussteigen
  7. Den richtigen Rahmen schaffen
  8. Verbraucher und Erzeuger einbinden
  9. Nachhaltige Lebensstile praktizieren und fördern
  10. Vorbildfunktion der Kirche ernst nehmen

Quelle: https://www.domradio.de/sites/default/files/pdf/dbk_1248.pdf

Die Bewahrung der Schöpfung und die Ausrichtung an den Armen, Schwachen und Ausgestoßenen sind von Anfang an zwei entscheidende Grundsätze der Kirche gewesen. Trotzdem stellt sich die Katholische Kirche nicht dagegen, dass die Wälder und Dörfer erst bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt werden und anschließend völlig von der Landkarte verschwinden, Menschen umgesiedelt und entwurzelt werden.

Nach der Karfreitagsdemo von FFF Köln mit zugeklebten Mündern (19.4.2019) haben sich 5 Bischöfe geäußert, am deutlichsten der Hildesheimer Bischof Wilmer: „Ich bin der Ansicht, die Kirche muss Anwalt der ‚Fridays for Future‘-Bewegung sein“, sagte der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer. „Klimaschutz geht alle an. Deshalb müssen auf Worte und Absichtserklärungen auch Taten folgen. Daran erinnern Greta Thunberg und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter die Politik völlig zu Recht.“ (Quelle: https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/greta-thunberg-bischoefe-unterstuetzen-junge-klima-aktivistina-1263235.html )

Die Aktionsform: Stiller Protest

Wir bitten die Katholische Kirche, sich mit konkreten Maßnahmen für den Erhalt der Dörfer, der Kirchen, der Wälder und damit für uns alle einzusetzen. Sie muss Kirchen nicht entweihen, um Baggern und Profit den Weg frei zu machen. Sie kann der Klimabewegung den Rücken stärken, so wie es Bischof Wilmer angedeutet hat.

Wir stören nicht den Ablauf der Messe, wir beten, knien, liegen, sind stumm.

Wir klagen nicht an, sondern wollen einen Prozess in und mit der Kirche auslösen.

Die Wirkung wird mit 10 großen Transparenten unterstützt, auf denen jeweils eine These steht.

Einladung zum stillen Protest gegen die Entwidmung der Manheimer Kirche am 18. Mai

Knapp anderthalb Jahre nach der Zerstörung des Immerather Doms, die vielen noch wie eine öffentliche Hinrichtung im Gedächtnis ist, planen RWE, katholische Kirche und NRW-Landesregierung nun die Vernichtung eines weiteren Leuchtturms in der rheinischen Kulturlandschaft: Am 18.5. wird der Kölner Bischof die katholische Pfarrkirche St. Albanus und Leonhardus entwidmen, damit sie dem Abriss preisgegeben werden kann.

Viele Anwohner und Christen sind erschüttert und laden ab 16.00 Uhr ein zum stillen, würdevollen Protest gegen die Entwidmung, die um 17.00 Uhr stattfinden soll.

Zuvor laden Fridays For Future ab 14.00 zu einem stillen Protestmarsch vom S-Bahnhof-Buir nach Manheim ein.

Details findet Ihr hier: www.facebook.com/events/452509382184669/

 

Zerstörungen: RWE dreht an der Tempo-Schraube

Während die Kohlekommission um ihren Abschlussbericht rang, diesen veröffentlichte und in Politik und Medien die Diskussion um die Deutungshoheit lobrach, legte RWE sowohl in den Grubenranddörfern in Hambach als auch in Garzweiler noch einmal einen Zahn zu und beschleunigte die Zerstörungen. Anwohner berichten aus Keyenberg:

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  1. Letzten Samstag und Sonntag wurden 30 m von bewohnten Häusern entfernt unter dauerhafter Lärm-, Licht- und Schmutzbelastung Pumpstationen gebaut. Das dauernde Hämmern ging beispielsweise am Samstag bis 17.45 Uhr und stoppte erst nur weil wir uns bei RWE telefonisch massiv beschwert haben. Sonntagmorgen ging es ungeachtet dessen weiter. Vorbereitungsarbeiten für weitere Brunnen mitten im Ort sind in der letzten Woche verstärkt worden.
  2. RWE hat am Donnerstag letzter Woche rechtswidrig auf noch nicht verkauften/enteigneten Ackerflächen 5 m breite und 80 m lange Gräben und Wälle gezogen, vermutlich um dort Rohre zu verlegen. Erst nach Einschaltung eines Anwalts ist RWE zurück gerudert und sagt, dass alles ein Versehen war.
  3. RWE hat mitten in der Weihnachtszeit Enteignungen von Ackerflächen auf den Weg gebracht.
  4. RWE hat persönliche Schreiben von Umsiedlern, in denen diese sich um Ausgleichs-Grundstücke und –Häuser bemühen, an unbeteiligte Dritte weitergeleitet. Teilweise direkt aus den Dörfern. Mit der Folge, dass diese persönlichen Planungen rechtswidrig Dritten gegenüber offen gelegt wurden.
  5. Und schließlich heute der Kahlschlag im Keyenberg/Kuckumer Wald. Zur absoluten Unzeit werden uralte Bäume gefällt für eine Grubenrandstraße, die vermutlich nie benutzt wird. Bis zum Wochenende soll da alles versiegelt und asphaltiert werden. Mitten im Wald.

Fazit: RWE interessiert die KoKo-Empfehlung „Landesregierung soll mit Dörfern in Dialog treten“ null. Im Gegenteil: Bevor der Dialog irgendwann vielleicht beginnt, will RWE alles schon zu seinen Gunsten geregelt haben.

Wir machen weiter viel Fernsehen, Radio, Presse, fordern Politiker zur Unterstützung auf. Viele von uns sind am Limit, aber wir kämpfen weiter.

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(Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung.)