Alle Dörfer bleiben: Sternmarsch in Garzweiler

Liebe Klimagerechtigkeits-Bewegte,

der vorläufige Rodungsstopp im Hambacher Forst ist ein großer Erfolg für die Klimagerechtigkeitsbewegung! Diesen wollen wir nutzen, um weiter dafür zu kämpfen, dass Braunkohle im Boden bleibt. Denn um einen sich-selbst-beschleunigenden Klimawandel aufzuhalten, müssen alle Tagebaue gestoppt werden. Auch der Tagebau Garzweiler im Rheinischen Revier – dort sind zur Zeit noch fünf Dörfer von der Abbaggerung bedroht.

Deswegen sagen wir: Kohle stoppen heißt alle Dörfer bleiben! Lasst uns zusammen zeigen, dass die Zeit für RWE abgelaufen ist.

Kommt zum Sternmarsch und stellt euch – gemeinsam mit den Menschen aus den Dörfern – dem Tagebau Garzweiler entgegen. Denn Bergbau und Klimawandel zerstören Lebensgrundlagen – hier und weltweit.

Was passiert an diesem Tag?

Wir starten um 15 Uhr jeweils von verschiedenen Orten aus – Kaulhausen, Wanlo, Holzweiler, Berverath, Kuckum/Unterwestrich und Erkelenz. Die Menschen, die in Erkelenz starten, werden mit dem Fahrrad fahren. Einen weiteren Fahrradschweif wird es ab 13.00 Uhr von Mönchengladbach aus geben. Alle anderen gehen zu Fuß.

Wir werden in fünf „Sternschweifen“ nach Keyenberg ziehen, dem Dorf, dass nach den Plänen von RWE als nächstes dem Tagebau Garzweiler weichen soll.

Mit einer gemeinsamen Abschlusskundgebung werden wir zeigen: Bis hier hin und nicht weiter!

 

Detaillierte Infos (auch zur An- und Abreise) findet Ihr hier.

Update: Greenpeace Köln wird einen Bus zum Sternmarsch organisieren. Infos hier.

Pressemitteilung der Aktion „Die Kirche(n) im Dorf lassen“

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG
„Die Kirche(n) im Dorf lassen“ – Unterschriftenaktion zum Schutz bedrohter Dörfer und deren Bewohner*innen adressiert an die Katholische Kirche

Erkelenz / Kerpen, 18.03.2019. Auch über ein Jahr nach der Zerstörung des Immerather Doms sind die erschütternden Bilder vom Abriss der Kirche unvergessen. Schaufelradbagger des Tagebaus Garzweiler fressen sich weiter mit großer Eile insbesondere auf noch bewohnte Ortschaften zu.
RWE schafft in den Dörfern, die der Energiekonzern für die Kohleförderung vernichten will, ungehindert weiter Fakten, obwohl die Kohlekommission der Bundesregierung ihre Empfehlungen vorgelegt hat und die Regierung im Laufe des Jahres 2019 die für den Ausstieg notwendigen Rahmenbedingungen beschließen wird. Der Erhalt sieben weiterer Ortschaften und ihrer fünf Kirchengebäude am Rande der Tagebaue Garzweiler und Hambach (Keyenberg, Kuckum, Berverath, Ober- und Unterwestrich sowie Morschenich und Manheim) ist mit dieser Empfehlung
gut möglich und zur Vermeidung sozialer und wirtschaftlicher Härten unabdingbar.

Der katholischen Kirche kommt dabei eine Schlüsselrolle zu: Weigert sie sich, ihre Gotteshäuser zu veräußern, zu entwidmen und damit zum Abriss frei zu geben und lässt sie sich gegebenenfalls auf ein Enteignungsverfahren ein, könnte sie die Zerstörung der betroffenen Kirchen und Dörfer aufgrund des beschlossenen Kohleausstieges höchstwahrscheinlich ganz verhindern.

Auf Initiative von Bewohner*innen der betroffenen Dörfer und mit Unterstützung des Katholikenrats der Region Düren, des Diözesanrats im Bistum Aachen, der Initiative „Kreativ gegen Kohle“ sowie engagierter Einzelpersonen wurde deshalb ein Appell an die Verantwortlichen der katholischen Kirche, stellvertretend an die Bischöfe Dr. Dieser und Dr. Wölki, verfasst. „Es ist höchste Zeit, dass die katholische Kirche sich schützend vor die betroffenen Anwohner*innen stellt“, meint Antje Grothus: „Immer größer wird die Zahl der Menschen, die entsetzt reagieren, wenn sie begreifen, in welchem Ausmaß der Braunkohle-Abbau mitten in NRW die Umwelt, die Kultur und das Herz der Heimat bedroht und zerstört – und welche Rolle die Bistümer Aachen und Köln und die betroffenen Pfarreien dabei spielen.“

Unterstützt wird die Unterschriftenaktion, die in der Bevölkerung auf großen Zuspruch stößt, mittlerweile auch vom Katholikenrat der Bistumsregion Mönchengladbach und dem Institut für Theologie und Politik (ITP) aus Münster. Der Appell ist keine Online-Petition mit großen Unterschriftenzahlen, doch hinter jeder der inzwischen fast dreitausend in Handarbeit gesammelten Unterschriften steht ein persönliches Gespräch, stehen persönliche Geschichten und Erinnerungen.

Leider sind bis jetzt weder der Bischof von Aachen noch der Erzbischof von Köln bereit, diese Unterschriften persönlich entgegenzunehmen und sich mit der Betroffenheit der Menschen aus den Dörfern in einem Gespräch auseinanderzusetzen.

„Schon als kleines Kind hatte ich das Gefühl, in meiner Keyenberger Kirche an einem besonderen Ort zu sein“, sagt Ingo Bajerke, engagierter Katholik und Lektor aus Keyenberg. „Wenn mich Sorgen plagen, setze ich mich in die Kirche und finde dort meine Ruhe. Das Gefühl, an einer Stelle zu sein,
die schon Menschen vor 1300 Jahren aufgesucht haben, um auch um Hilfe zu bitten, macht mich ehrfürchtig. Diesen Seelenort zu verlieren, ist für mich unvorstellbar und ich bete, dass es nicht dazu kommen mag.“

Die Menschen aus den Dörfern und Kirchengemeinden, die ihr Zuhause erhalten möchten, fordern die katholische Kirche auf, das jahrzehntelange Schweigen zugunsten des Braunkohlekonzerns RWE endlich zu beenden und sich auch um die Schicksale der tagebaubetroffenen Anwohner*innen zu kümmern. Alle sind eingeladen, diese Aktion zu unterstützen und sich am 23.03.2019 beim Sternmarsch „Alle Dörfer bleiben“ ein eigenes Bild über die Lage in den Dörfern zu machen. Selbstverständlich werden auch an diesem Tag weitere Unterschriften gesammelt.

Weitere Informationen sowie die Unterschriftenlisten mit dem Original-Appell an die Kirchen- Verantwortlichen finden Sie HIER.

Unterschriften-Übergabe „Appell katholischer Christen“ an die Deutsche Bischofskonferenz in Lingen

Appell katholischer Christen: Schöpfung bewahren! Kohleabbau stoppen! Hambacher Wald retten!

Die Katholische Kirche muss sich in die gesellschaftliche Diskussion um Kohleabbau, Klimaschutz, die Rettung des Hambacher Walds und der Dörfer im Rheinischen Braunkohlerevier einmischen.

Im Rahmen unserer Kundgebung vor dem Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen, in dem die Deutsche Bischofskonferenz tagt, wollen wir dem Vorsitzenden, Kardinal Marx, den „Appell katholischer Christen“ persönlich überreichen.

Die Petition kann natürlich auch von Nicht-Katholiken, Nicht-Christen, Agnostikern, Atheisten etc. unterschrieben werden:

https://weact.campact.de/petitions/appell-katholischer-christen-schopfung-bewahren

Wir wüschen uns, dass sich möglichst viele Menschen an unserer Kundgebung am Mittwoch, 13. März, 12-15 Uhr, vor dem Ludwig-Windthorst-Haus (außerhalb von Lingen gelegen) beteiligen.
Gerd Schinkel wird uns mit seinen Protestliedern unterstützen.

Alle Dörfer bleiben: Spaziergang rund um Keyenberg

Dorf- und Wald Spaziergang rund um Kuckum und Keyenberg. Alle Tagebaubetroffenen sind genauso willkommen wie Nachbarn und Interessierte.
Die Führung übernehmen Todde Kemmerich und Britta Kox.

Treffpunkt ist die Kirche in Keyenberg.

Demo vor dem Landtag NRW: „Kohlekompromiss heißt: Hambi und alle Dörfer müssen bleiben!“

Am Mittwoch (20.2.) findet ab 10 Uhr im Landtag in Düsseldorf eine Unterrichtung der Landesregierung zum Kohleausstieg statt, entweder durch
Herrn Laschet oder Herrn Pinkwart. Es ist zu erwarten, dass die Regierung dort IHRE Interpretation des Kohlekommission-Ergebnisses referieren wird.

Wir von Greenpeace Germany werden das daher wie abgesprochen zum Anlass für eine kleine angemeldete Aktion vor dem Landtag nehmen, um deutlich zu machen, dass aus unserer Sicht der Hambi und alle Dörfer nach dem Kompromiss der Kommission stehen bleiben können (bzw. müssen!).

Kommt zahlreich!